Made by Hand – Handgefertigte Designikonen

CNC-Maschinen, 3D-Drucker, Produktionsstraßen – das digitale Zeitalter hat viele Prozesse längst automatisiert. Doch bei so manchem Produkt werden alte Traditionen gepflegt und händische Fertigungstechniken auch weiterhin eingesetzt. Denn: Was ein erfahrener Handwerker kann, ist einer Maschine nicht unbedingt beizubringen.

CH 23 (© Carl Hansen)

Für das Flechten einer Sitzfläche des „CH23“ von Hans J. Wegner aus hochwertiger Papierkordel braucht ein erfahrener Mitarbeiter von Carl Hansen & Søn ungefähr 90 Minuten. Eine Maschine könnte diese Art Sitzfläche, ergonomisch und sehr bequem, in dieser Form nicht auf das Stuhlgerüst spannen, das geht nur von Hand. Tatsächlich ist die Bespannung so robust, langlebig und elastisch, dass sie das Modell zu einem idealen Esstischstuhl macht. Ein besonderes Kennzeichen der schlichten Rückenlehne des „CH23“ sind die kreuzförmigen Abdeckungen der Nahtstellen von Lehne und Hinterbein – ein Detail, das nicht nur für die handwerklichen Kenntnisse des gelernten Tischlers Wegner spricht, sondern auch für die Kompetenz der heutigen Mitarbeiter von Carl Hansen & Søn: alles sitzt, nichts wackelt, nichts hat Luft.

Was derzeit in der Designwelt zu beobachten ist, ist, dass die Wertschätzung für Handgemachtes steigt und steigt. Es ist die Sehnsucht nach dem Authentischen. Selbst wenn es eine Designikone wie den „Lounge Chair“ von Charles und Ray Eames inzwischen tausendfach gibt, stets schwingt der „Unterton“ eines Unikats mit. Denn Vitra fertigt die Modelle seit den Fünfzigerjahren im stets gleichen Verfahren und dazu gehört Handarbeit.

Auch bei der Produktion der Sessel „Egg“ und „Swan“ von Arne Jacobsen hat sich seit ihrer ersten Fertigung im Jahr 1958 nichts geändert. Jedes Stück wird nach wie vor von den erfahrenen Polsterern von Fritz Hansen von Hand gefertigt, das Leder sorgfältig ausgewählt und handgeschnitten. Um einen „Egg“ zu nähen, sind gut 1100 Stiche notwendig – ein echtes Statement in Sachen Handwerkskunst. Heute, ebenso wie vor 60 Jahren, besteht der Stuhl aus einem Gerüst aus Polyurethanschaum, der entweder mit Stoff oder mit Leder gepolstert auf einen sternförmigen Fuß montiert wird.

Das „Sonnenglas“ steht nicht nur für Innovationsfreude und Fair Trade, sondern ebenfalls für „Made by Hand“: Die Solarleuchte wird in Handarbeit in einer Manufaktur in Johannesburg produziert und hat dort bereits über 60 Arbeitsplätze für zuvor unqualifizierte Arbeiter aus den Townships geschaffen. Derart wird Handarbeit zu einer zusätzlichen Qualität.