Midgard Midgard Midgard
Midgard

Curt Fischer gilt heute als Erfinder des lenkbaren Lichts. Der Ingenieur und Designer hatte 1919 die thüringische Fabrik Industriewerk Auma übernommen, die Maschinen zur Produktion von Industrieporzellan herstellte. Kurz darauf gründete er die Marke Midgard und begann mit der Produktion von Leuchten, allen voran der Scherenleuchte, bei der man das Licht zu sich heranziehen und den Kopf der Leuchte so drehen konnte, dass der Lichtkegel im gewünschten Winkel auf den Arbeitsplatz fiel. Diesem Entwurf folgten weitere Leuchten: Die wohl bekanntesten sind das Modell „Nr. 113“, das auf Grund seines gebogenen Stabs auch als „Peitsche“ bezeichnet wurde, das Modell „Nr. 114“ und die „Maschinenleuchte“ mit Fischers Patent, den wartungsfreien Gelenken, die sich um 1930 aus den beiden Vorläufern entwickelte.

Die Midgard-Leuchten waren in der Industrie und bei Architekten beliebt. Sie kamen beispielsweise in den Metall-Werkstätten des Bauhaus in Dessau zum Einsatz, Walter Gropius schätze die Modelle Curt Fischers sehr. Der Erfolg riss auch nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst nicht ab, aber schließlich nahm die Materialqualität sukzessive ab und war mit frühen Modellen nicht mehr vergleichbar. Nach dem Tod Curt Fischers 1956 übernahm sein Sohn Wolfgang die Firma Ronneberger und Fischer, 1972 wurde sie, wie alle privaten Firmen in der DDR, enteignet. Nach der Wende 1989 wurde das Unternehmen reprivatisiert, aber der wirtschaftliche Erfolg blieb aus. 2015 übernahmen dann die Hamburger David Einsiedler und Joke Rasch die Rechte an den drei klassischen Midgard-Leuchtenserien. Zusätzlich konnten sie die Werkzeuge und das verbliebene Firmenarchiv mit hunderten von Originalzeichnungen, Fotos und Briefen übernehmen. 2017 ließen sie die Marke Midgard wiederaufleben. Alle Einzelteile der Leuchten werden in Deutschland hergestellt, die Montage erfolgt in Hamburg, wobei immer noch Original-Werkzeuge und -Maschinen zum Einsatz kommen. Das gilt unter anderem für die „Midgard K831“, eine Re-Edition eines Entwurfs aus den Dreißigerjahren von David Einsiedler und Joke Rasch sowie die Serie „500“ und „550“, den Weiterentwicklungen der Modelle „Nr. 113“ und „Nr. 114“. Damals wie heute stehen die Funktionalität der Leuchten im Fokus, ihre handwerkliche Perfektion und Konfigurierbarkeit.

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Fertigung einer K831

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