Neues von Jean Prouvé
Jean Prouvé gilt als einer der ganz großen Designer und Architekten des 20. Jahrhunderts, ohne je eins der Fächer studiert zu haben. Die Möbel des Franzosen werden seit 20 Jahren von Vitra reeditiert. In diesem Herbst kommen einige neue Produkte und Farbvarianten auf den Markt.
Die Möbel von Jean Prouvé (1901 – 1984) entstanden zum größten Teil für Schulen, Büros, Bahnhöfe, Universitäten und Studentenwohnheime, es ging ihm um die perfekte Verbindung von Funktionalität und Ästhetik. Dabei setzte der Franzose auf das Prinzip der Einfachheit und die Kombination einzelner Elemente, die sich vor Ort mit Schrauben verbinden ließen.
Rolf Fehlbaum, Chairman Emeritus von Vitra, wurde Anfang der Achtzigerjahre auf Jean Prouvé aufmerksam. Er erwarb einen „Antony Chair“ und begann damit, die heute weltweit größte Sammlung von Prouvé-Möbeln und -Objekten zusammenzutragen.
„Jean Prouvé war für mich das französische Pendant zu Charles und Ray Eames“, so Rolf Fehlbaum. „Ihnen gemeinsam ist die Verbindung von konstruktiver Ehrlichkeit und einem daraus folgenden gestalterischen Ausdruck von zeitloser Schönheit.“
Grund genug also, in Absprache mit der Familie, Prouvé-Reeditionen wie den Stuhl „Standard“, die gepolsterten Stühle „Fauteuil Direction“ und „Fauteuil Direction Pivotant“, die Sessel „Fauteuil de Salon“ und „Cité“ sowie die Tische „Compas Direction“ und „EM Table“ herauszubringen. Neu sind in diesem Herbst Farben für die Klassiker, die Prouvé selbst verwandt hatte: Bleu Marcoule, Blé Vert, Gris Vermeer und Bleu Dynastie heißen die Nuancen, die die Kollektion ergänzen, die bislang nur in Tiefschwarz, Japanese Red und Blanc Colombe (bisher Ecru) zu haben war.
Darüber hinaus ergänzen die Hocker „Tabouret Metallique“ und „Tabouret 307“, das Regal „Rayonnage Mural“ die „Prouvé Collection“. Dazu gehören auch noch die Leuchten „Potence“, „Petite Potence“ und „Lampe de Bureau“ die sich mit den Leuchtenschirmen „Abat-Jour Conique“ in einer Auswahl der neuen Farbtöne ausstatten lassen.
In all diesen Produkten wird deutlich, dass Metall für der gelernten Kunstschmied Prouvé das Material der Wahl war, aber eben im Kombination mit Holz. Für den Handwerker und Konstrukteur war es wichtig, über den Bau eines Prototyps zur endgültigen Form und schließlich zur Serienproduktion zu gelangen.