Sabine Stiller
Einrichtungsberatung
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Mit „Der Vorstand“ hat Moormann einen Raum im Raum konzipiert. Was geschlossen wie ein schmaler Wandschrank wirkt, entpuppt sich ausgeklappt als ein funktionaler Arbeitsplatz. Die Idee dahinter: aus dem Kleinen heraus groß denken.
Moormann ist quasi das Synonym für raffinierte Möbel mit mindestens ebenso originellen Namen. Da bildet auch „Der Vorstand“ keine Ausnahme: Den ersten Prototyp des Moduls bauten Inhouse-Designer von Moormann nach Entwürfen von Nils Holger Moormann, der das Unternehmen 1984 in Aschau im Chiemgau gegründet und seine Anteile 2020 verkauft hatte.
„Der Vorstand“ ist die ideale Lösung für Zeiten, in denen Büro und Zuhause verschmelzen. Küchen- und Esstische eignen sich einfach nicht als Dauerarbeitsplatz im Homeoffice. Neue Ideen müssen her, um Ordnung und Freiräume zu schaffen, gleichzeitig aber nicht zu viel Platz einzunehmen.
Und so ist „Der Vorstand“ in geschlossenem Zustand auch nur so groß wie ein schmaler Wandschrank – mit einem Zug entfaltet er sich dann dank eines Scherenmechanismus zu einem multifunktionalen Denkzelle. Eine Decke klappt sich auf und vermittelt dem Sitzenden ein Gefühl von Raum. Und dann hat alles seinen Platz: vom Stift übers Buch bis zum Aktenordner. Die technischen Geräte können geladen, Kabel verstaut werden. Und ein Vorhang, den man an der Seite ergänzen kann, sowie die Beleuchtung von der Decke individualisieren der Arbeitsplatz noch zusätzlich.
Aber nicht nur das Design, auch die Oberflächen und Materialien sind auf das Wesentliche reduziert: Esche-Vollholz und hellbeiges Linoleum kommen da zum Einsatz, wo Hand und Auge ruhen oder arbeiten, schwarze Flächen sorgen an den Stellen für optische Ruhe, wo nichts ablenken soll. „Der Vorstand“ ist ein ganz und gar Moormannsches Möbel mit praktischen und Design-Kompetenzen.
Moormanns „Der Vorstand“ wird heute nicht produziert. Der Entwurf von Nils Holger Moormann aus dem Jahr 2021 blieb ein Prototyp und ist regulär nicht erhältlich.
Wir zeigen ihn trotzdem weiterhin in unserem Magazin. Denn die Idee hinter dem Möbel ist nach wie vor interessant: Ein Arbeitsplatz lässt sich auf sehr kleiner Fläche in einen Wohnraum integrieren und bei Bedarf wieder zurücknehmen. Geschlossen benötigt „Der Vorstand“ kaum Tiefe, geöffnet entsteht ein kompakter Arbeitsbereich mit Tischfläche, Stauraum, Beleuchtung und der Möglichkeit zur seitlichen Abschirmung.
Damit ist der Prototyp für uns weiterhin interessant – weniger als Produkt, vielmehr als Entwurfsidee für das Arbeiten zu Hause und für Möbel, die unterschiedliche Nutzungen eines Raumes ermöglichen, auch wenn er nie in Serie gegangen ist.
Sabine Stiller
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Nina Flade
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