Räume im Beta-Modus

Arbeitsumgebungen verändern sich inzwischen schneller als viele Unternehmen ihre Flächen planen. Teams arbeiten temporär zusammen, Prozesse verschieben sich, neue Arbeitsweisen entstehen parallel zum Tagesgeschäft. Räume geraten dadurch unter Druck. Vor allem dort, wo jede Nutzung bereits fest definiert ist.

Mit dem Beta-Ansatz beschreibt Vitra eine andere Form des Denkens über Arbeit und Raum. Der Ausgangspunkt ist simpel: Arbeitsumgebungen bleiben in Bewegung. Deshalb müssen auch räumliche Strukturen anpassbar bleiben. Veränderung wird dabei nicht als Ausnahme verstanden. Sie gehört heute zum normalen Arbeitsalltag.

Im 2. Obergeschoss unseres Showrooms zeigen wir diesen Ansatz auf einer großen Fläche. Die Szenarien orientieren sich an Situationen, die heute vielerorts selbstverständlich geworden sind: spontane Workshops, temporäre Projektarbeit, informeller Austausch zwischen Meetings oder Arbeitsphasen, die sich innerhalb kurzer Zeit verändern.

Der Begriff „Beta“ stammt aus der Softwareentwicklung. Gemeint ist ein Zustand, der weiterentwickelt wird. Übertragen auf Räume bedeutet das: Nutzungen dürfen sich verändern. Möbel, Zonierungen und Arbeitsbereiche müssen darauf reagieren können, ohne dass jedes Mal eine neue Planung notwendig wird.

Besonders deutlich zeigt sich das in Lernumgebungen. Wissen entsteht heute oft im Austausch, in Gruppen, in kurzen Arbeitsphasen oder während gemeinsamer Diskussionen. Gleichzeitig wechseln Anforderungen permanent. Mal braucht es Konzentration, wenig später Präsentationsfläche oder Raum für Zusammenarbeit. Starre Set-ups geraten dabei schnell an Grenzen.

Die gezeigten Anwendungen mit Scout, Reset und Dancing Wall greifen diese Dynamik auf. Sie unterstützen wechselnde Arbeits- und Lernsituationen und bleiben dabei zurückhaltend genug für unterschiedliche Nutzungen. Die Produkte stehen für uns allerdings nicht im Vordergrund. Interessanter ist die Frage, wie Räume entstehen können, die Veränderung nicht ständig ausbremsen.

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Auch Übergangsbereiche werden in diesem Zusammenhang neu betrachtet. Flächen zwischen klassischen Funktionen erhalten wieder Bedeutung. Aus Durchgangszonen entstehen Orte für kurze Gespräche, konzentriertes Arbeiten oder spontane Abstimmungen.

Die Installation im Showroom versteht sich deshalb weniger als fertiges Konzept. Sie zeigt einen Arbeitsmodus, der mit Unsicherheit umgehen kann, ohne ständig nach endgültigen Lösungen zu suchen.

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