Die Geschichte hinter dem Regal „Nuvola Rossa“
Typisch für das Regal, das Vico Magistretti für Cassina entwarf, sind die diagonalen Streben und die fehlenden Seitenwände. Der Architekt selbst assoziierte seinen Entwurf 1977 mit Indianerzelten und John Wayne. Typisch auch: Die Farbe Rot, die bevorzugte Farbe des Mailänders.
Vico Magistretti (1920 – 2006) trug stets nur rote Socken. Und auch einige seiner berühmtesten Entwürfe gibt es in Rot: Die Leuchte „Eclisse“ von Artemide, den Stuhl „Carimate“ (heute: Fritz Hansen) und natürlich das Regal „Nuvola Rossa“, das zur Kollektion von Cassina gehört.
Für den Entwurf analysierte Vico Magistretti die typischen Elemente herkömmlicher Regale – und beschloss, dass es einer neuen Variante bedürfe. Er wollte weg von den klassischen Seitenwänden und konzipierte stattdessen ein Möbel, bei dem die diagonalen Verstrebungen die Regalböden zugleich tragen und stützen. Diese Konstruktion macht seitliche Wangen überflüssig. Die Streben der oberen Hälfte von „Nuvola Rossa“ sind so angeordnet, dass sie ein „W“ bilden – „W“ wie Wigwam sagte Vico Magistrettis mal über sein ikonisches Regal.
Doch der studierte Architekt ging noch einen Schritt weiter: Dank der Scharniere sind Teile von „Nuvola Rossa“ klappbar. Das Regal mit seinen sechs Ablagebrettern lässt sich somit verstellen und eignet sich auch als Trennwand. Damit nahm der seit den Sechzigerjahren immer öfter auch als Industriedesigner tätige Magistretti vorweg, was heute immer öfter gefragt ist: Raumteiler, die große Räume gliedern oder in verschiedene Zonen einteilen.
Die ebenso reduziert moderne wie zeitlose Ästhetik von „Nuvola Rossa“ wird aufgebrochen, wenn persönliche Gegenstände, Bücher oder Pflanzen ihren Platz auf den sechs Borden des 192 Zentimeter hohen und ein Meter breiten Regals einnehmen.
Neben der rot lackierten Version gibt es das Regal auch in Schwarz sowie in amerikanischem Nussbaumholz.
5.093,– €