Unser Zuhause auf dem Prüfstand
Es ist unser Anker in einer hektischen, schnelllebigen Welt. Und doch unterliegt auch unser Heim dem permanenten Wandel. Ein neuer Job. Die Familie wächst. Kinder ziehen aus, Oma ein. Als einzige Konstante bleibt die vertraute Einrichtung. Gut, wenn diese hier Schritt halten kann.
Text Tanja Müller
Kein anderes Volk zieht so oft um wie die Deutschen, im Schnitt acht Mal im Laufe eines Lebens. Tendenz: steigend. Schließlich fordert die Gesellschaft heute mehr denn je Mobilität. Vorbei sind die Zeiten, als man von der Lehre bis zur Rente in der gleichen Firma arbeitete, im gleichen Haus wohnte. Eine Herausforderung auch beim Einrichten.
Möbel, die sich allen Lebenszeiten und -bedingungen anpassen können, sind gefragt. Dazu zählen zum einen modulare Systeme wie Montana oder USM, die variablen Stauraum schaffen, oder unkompliziert erweiterbare Sofas wie die von COR oder Muuto. Und es gehören zweifelsfrei Designklassiker von Vitra, Thonet oder Carl Hansen & Søn dazu, die jedem neuen Heim etwas wunderbar Vertrautes geben – und das über Generationen hinweg.
Modulares Mobiliar für die Minis
Der klassische Familienhaushalt verliert ohnehin seinen Stellenwert. Die Zahl der Alleinlebenden wie auch -erziehenden steigt. Hinzu kommt die zunehmend stärker werdende ältere Generation: Sind die Kinder aus dem Haus, wird dieses immer häufiger verkauft, um in einem kleineren Domizil einen Neuanfang zu starten. Mikrowohnungen erobern die Städte, Tiny-Häuser das Umland. Um sie behaglich einzurichten, bedarf es eines stimmiges Gesamtkonzepts, smartem Mobiliar und einer harmonischen Gestaltung.
Wohlfühlatmosphäre ist schließlich keine Frage der Größe, sondern der Planung. Licht zählt zu den wirkungsvollsten Vergrößerungstaktiken. Und Leuchten von Occhio, Grau oder Midgard wirken selbst ausgeschaltet noch dekorativ. Eine klare Linie ist bei der Gestaltung kleiner Apartments unerlässlich. Die Reduktion auf wenige Farben und Materialien bringt Ruhe ins Zimmer. Erlesen dürfen diese selbstredend sein. Denn in einer Miniwohnung kann man sich lässig einmal etwas Exklusives gönnen, vielleicht von Poltrona Frau.
Qualität bringt den Mehrwert
Lieber wenig Ausgewähltes, dafür qualitativ Hochwertiges lautet die Devise. Beispiel: Schlafsofa. Das muss die Ansprüche für beides erfüllen, gutes Sitzen und Schlafen. Qualität ist hier ein Muss. Mobiliar mit mehrfachem Nutzen macht in der Einraumwohnung einfach Sinn, ausklappbare Tische zum Arbeiten und Essen, flexibler Stauraum für Vorräte wie für Kleider. Multifunktional, variabel und erweiterbar soll es sein.
937,– €
8.723,– €
2.949,– €
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1.708,– €
1.449,– €
Im Gegenzug muss die Möblierung heute auch Lebensmodellen wie Patchworkfamilie, Mehrgenerationenleben oder Homework gerecht werden. Offene Grundrisse – der Standard in der modernen Architektur – verlangen nach durchdachter Zonierung und nach Raum teilendem Mobiliar. Kastenmöbel wie Sideboards von Interlübke und Regale von Hay lassen sich von beiden Seiten nutzen. Auch Sofas rücken verstärkt von der Wand ab. Und frei stehend im Raum machen Polstermöbel von B&B Italia oder Cassina zwangsläufig von hinten wie von vorn eine gute Figur.
Comeback der Wohnküche
Auch im Bestandsbau weichen immer häufiger Wände fürs offene Wohnen, zumeist nach dem Auszug der Kinder. Oder andersherum zugunsten großer Familienküchen. Die entwickelt sich ohnehin zum neuen Wohnmittelpunkt und möchte dementsprechend eingerichtet sein, ganz einfach übrigens mit den wohnlichen Küchenmodulen des Labels Vipp. Wird die Kochzeile offen zum Wohnbereich geplant, bietet sich ein Esstisch als Brücke zwischen Koch- und Livingzone und fürs gesellige Beisammensein an, vielleicht eine Tafel von Janua mit bequemen Stühlen von Freifrau. Damit die Runde auch nach dem Essen noch bis in die Nacht daran tagen kann.