100 Jahre Panton
Farbe als Entwurf, Raum als Idee
Zum 100. Geburtstag von Verner Panton (* 13. Februar 1926 - † 5. September 1998) erinnern wir an einen Gestalter, der das Möbeldesign grundlegend verändert hat. Panton entwarf nicht einzelne Objekte, sondern Denkweisen. Ihn interessierte, wie Räume wirken, wie Menschen sich darin bewegen und welche Rolle Farbe dabei spielt. Möbel waren für ihn Teil eines größeren Zusammenhangs – Mittel, um Atmosphäre zu erzeugen und Räume emotional aufzuladen.
Panton Chair - Vitra
Während viele seiner Zeitgenossen Zurückhaltung und Materialehrlichkeit suchten, setzte Panton bewusst Kontraste. Kräftige Farben, synthetische Materialien und fließende Formen waren für ihn Werkzeuge, um neue Raumerlebnisse zu schaffen. Farbe verstand er nicht als Akzent, sondern als gestaltendes Element. Sie strukturierte Flächen, verband Möbel mit Architektur und beeinflusste unmittelbar die Wahrnehmung von Nähe, Offenheit oder Rückzug.
Diese Herangehensweise zeigt sich besonders deutlich in seinen Möbelentwürfen. Sitzmöbel wie der Cone Chair oder der Heart Cone Chair wirken wie skulpturale Körper im Raum und verändern ihre Umgebung allein durch Präsenz. Der Panton Chair markierte einen Wendepunkt im Möbeldesign, da Form, Material und Fertigung konsequent zusammengedacht wurden. Entwürfe wie Amoebe oder Living Tower gehen noch weiter und hinterfragen klassische Sitztypen zugunsten neuer, freierer Nutzungen.
Pantons Einfluss reicht dabei weit über einzelne Möbel hinaus. Seine Visionen von farbintensiven Innenräumen, modularen Systemen und ganzheitlichen Raumkonzepten prägen Design, Innenarchitektur und Produktentwicklung bis heute. Auch Leuchten spielten eine zentrale Rolle in seinem Werk. Serien wie Flowerpot oder Panthella zeigen, wie Licht und Farbe zusammenwirken und Räume weich, offen und zugleich klar definieren können.
Dass Pantons Entwürfe weiterhin produziert werden – etwa von Vitra, Montana, &Tradition, Louis Poulsen oder Verpan – zeigt ihre anhaltende Relevanz. Sie passen sich nicht an Trends an, sondern fordern klare Entscheidungen in der Gestaltung.
Pantons Arbeit erinnert daran, dass Möbeldesign Räume formen kann. Seine Entwürfe bleiben Referenz für einen gestalterischen Anspruch, der Farbe, Form und Nutzung konsequent zusammendenkt.
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Spiegel-Kantine, Verner Panton, Hamburg, 1969, MK&G, Foto: Henning Rogge
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