So schön, so bequem: Lesesessel

Der Regen prasselt an die Scheiben und die Temperaturen locken auch noch nicht nach draußen. Zeit, es sich mit einem Buch noch einmal so richtig gemütlich zu machen in einem behaglichen Lesesessel. Da kann der Frühling noch ein bisschen auf sich warten lassen…

Sessel Womb Chair (© Knoll International)

Florence Knoll wünschte sich von Eero Saarinen 1946 einen Sessel, der so aussehen sollte, als wäre er ein Korb voller Kissen. Die Vorstellung, sich in die flauschige Weichheit kuscheln zu können, erschien der Designerin und Architektin sehr verlockend. Heraus kam der „Womb Chair Relax“ (Knoll International), der deutlich schlichter ausfiel, in dem man sich jedoch dank der gerundeten und gepolsterten Fiberglasschale mit den eingearbeiteten Armlehnen wunderbar geborgen fühlt.

Spätestens seit den innovativen Midcentury-Modellen hat der Sessel sein ehedem etwas spießiges Image, geprägt vom alten Ohrensessel mit einem Blumenmusterbezug, verloren. Designer finden die Erinnerung an britische Landhäuser mit entsprechendem Mobiliar nicht mehr old fashioned, sondern interpretieren lässig und modern. So haben Birgit Hoffmann und Christoph Kaleyss mit dem „Leya Wingback Chair“ (Freifrau) ein Modell mit einer flügelähnlichen Rückenlehne entworfen, die für einzigartigen Sitzkomfort sorgt. Ob in Stoff oder Leder, mit einem Fußgestell aus Draht oder auf einem Drehfuß, der Sessel hat das Zeig zum absoluten Lieblingsplatz.

Wer es nicht ganz so üppig möchte, der findet vor allem bei den Skandinaviern reduzierte Modelle wie etwa Børge Mogensens „Der Spanische Sessel“ und „Der Jagdsessel“ (Fredericia) oder Poul Kjærholms „PK22“ (Fritz Hansen), allesamt Ikonen der Fünfziger- und Sechzigerjahre. Die ultimative Kreation für Bücherwürmer hat Nils Holger Moormann mit dem „Bookinist Lesesessel“ 2007 entworfen. Das Möbel hat nicht nur mittig – einer Schubkarre ähnlich – ein Rad, wodurch es mobil ist. Es bietet in seinen Rücken- und Armlehnen Platz für bis zu 80 Taschenbücher und hat sogar eine integrierte Leuchte.

Die neue Generation der Lesessessel wie etwa „Mammoth Fluffy“ (Norr11) oder „Husk“ (B&B Italia) vereint jeweils eine harte Schale mit einem weichen Kern. In diesen Sesseln mag man vom Frühling träumen – und bis dahin noch das eine oder andere gute Buch lesen.