Salone del Mobile 2018

Für Design-Aficionados führen im April alle Wege nach Mailand. Auf dem Salone del Mobile, der wichtigsten Design-Messe der Welt, werden die Trends gezeigt. In diesem Jahr findet die Show vom 17. bis zum 22. April statt. Parallel zur Möbelmesse und der Nachwuchsshow Salone Satellite zeigen Küchenhersteller ihre Neuheiten auf der Eurocucina und Bäder sind auf der International Bathroom Exhibition zu sehen. Zusätzlich locken Showrooms und Installationen – in teilweise gediegenen Palazzi – Besucher aus aller Welt an.

Mailand

Ciao Milano – seit 57 Jahren ist die lombardische Metropole der Dreh-und Angelpunkt in Sachen Design, wenn sich Kreative, Produzenten, Einrichter, Journalisten und Neugierige auf dem Salone del Mobile treffen. In den Messehallen in Rho gibt es News und Trends – und natürlich geht es auch ums Sehen und Gesehenwerden. Doch die eigentlichen Stars sind die Möbel.

Das waren in den letzten Jahren immer häufiger Neuauflagen von Klassikern, Reeditionen oder erstmalig serienreife Midcentury-Entwürfe. Man darf gespannt sein, ob die Retro-Anklänge der letzten Jahre Bestand haben werden, oder ob zeitlosere Designs an ihre Stelle treten. Immer öfter sind ja derzeit flexible Allrounder anzutreffen, die sich für die Wohnung ebenso eignen wie für das Büro, die Hotellerie oder die Gastronomie.

Kristalia setzt auf Einfachheit, Funktionalität und emotionale Verbindung, drei Charakteristika, die den Messestand von Kristalia anlässlich der Mailänder Möbelmesse 2018 prägen werden. Die reduzierte Architektur und Ästhetik soll eine Symbiose mit den Produkten bilden, darunter zahlreichen Neuheiten, insbesondere für Garten und Terrasse.

Mit der Präsentation von Tischbock und -system „Basis“ setzt e15 seine Kooperation mit David Chipperfield fort. Das anpassbare Tischsystem aus Massivholztischböcken und -zargen beruht auf traditionellen Handwerksmethoden. Ein Mehrwert: Das klare und hochwertige Design bietet eine Vielzahl von Materialien und flexiblen Lösungen für den Wohn- und Arbeitsbereich. Neu ist auch der Beistelltisch „Lazlo“, der mit der Designsprache des Tisches „Kazimir“ verbunden ist. Klar definierte geometrische Formen heben die besonderen Materialkombinationen aus ungefülltem Travertin, feingeschliffenem Marmor oder Massivholz mit Gestellen aus matt geschwärztem oder verzinktem Stahl hervor. Erhältlich in verschiedenen Höhen und Maßen ergänzt der Beistelltisch ideal Wohnzimmer, Foyers und Bürobereiche. Des Weiteren ist das modulare Sofa „Kerman“, entworfen von Philipp Mainzer und Farah Ebrahimi, nun auch in anilinem Leder erhältlich.

Carl Hansen & Son feiert das Handwerk mit der neuaufgelegten „Indoor-Outdoor“-Serie von Bodil Kjær sowie Reeditionen von Entwürfen Hans J. Wegners und Børge Mogensens. Einen neuen Stuhl, die perfekte Symbiose von dänischem und japanischem Design, zeigt Fritz Hansen: Nendo hat den „N01“, den ersten Vollholzstuhl seit 1957, gestaltet. Und auch Cappellini zeigt einen neuen Stuhl, den „Cap-Chair“ von Jasper Morrison. Neben dem Auftritt auf der Messe wird sich Vitra mit einer grossen Installation in der ehemaligen Sporthalle La Pelota präsentieren. Kuratiert wird diese Inszenierung von dem Designer Robert Stadler. Die Ausstellung „Typecasting. An Assembly of Iconic, Forgotten and New Vitra Characters“ ist ein raumfüllendes Panorama von Projekten, Produkten und Designstudien von Vitra. Besucher sind eingeladen, in die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Schweizer Möbelherstellers, der sich als kulturell-kommerzielles Projekt versteht, einzutauchen.
Streng genommen haben Modelabels auf der Mailänder Designwoche gar nichts zu suchen, aber seit Jahren lässt es sich COS nicht nehmen, die aktuellen Kollektionen während der Milan Design Week zu inszenieren. Nach Nendo (2014), Snarkitecture (2015), Sou Fujimoto (2016) und der sinnlich-ephemeren Installation im Cinema Arti von Studio Swine (2017) folgt der Künstler Philip K. Smith III aus Palm Springs. Dieser hat sich von der italienischen Renaissance-Architektur, dem Himmel über Mailand sowie der dezenten und schlichten Ästhetik von COS inspirieren lassen und setzt in Hof und Garten des Palazzo Isimbardi eine architektonische Außenskulptur.

Und was wäre Mailand ohne seinen Aperitivo? Den kann man mit einem besonders guten Blick auf den Dom im „Giacomo Arengario“ im Museo del Novecento nehmen – cin cin!