Review: Salone del Mobile 2017

Rosa und gebrochene Fifties-Farben, Holz und Outdoor-Möbel, die sich auch im Wohnzimmer gut machen – die Möbelmesse in Mailand war mal wieder richtungsweisend in Sachen Einrichtungstrends. Star in Mailand war in diesem Jahr der japanische Designer Oki Sato mit seinem Büro Nendo.

Zanotta

Der Salone del Mobile 2017 begeisterte 343.602 Besucher aus 165 Nationen. Vor allem die Leuchtenshow „Euroluce“ und der „Workplace3.0“ zogen ein positives Fazit: 10 Prozent mehr Besucher kamen im Vergleich zu 2015, in dem die beiden Events das letzte Mal stattfanden.
Die Möbelmesse kam in diesem Jahr wie eine rosafarbene Wolke daher. Egal ob Sofas, Sessel oder Daybeds, bei Cassina, Kartell, Moroso, Muuto und weiteren Herstellern ging es lieblich pastellig zu.

Ein weiterer Trend sind Outdoor-Möbel, die sich auch drinnen gut machen. So präsentierten Edward Barber & Jay Osgerby ihre Kollektion „Tibbo“ bei Dedon. Sie sagen: „Wir haben die Kollektion mit der Absicht designt, die Sensibilität von Innen- auf Outdoor-Möbel zu übertragen, unsere Entwürfe funktionieren sowohl innerhalb als auch außerhalb des Hauses. Die Stühle und Tische wirken wohnlich, unaufgeregt, fast schon architektonisch – ein bewusster Kontrast zu dem oft eher chaotischen Eindruck in der freien Natur. Die Möbel sind aus Premium-Teak von nachhaltigen Plantagen gefertigt, sie sind widerstandsfähig und unempfindlich, auch bei extremem Wetter. Stehen die Möbel draußen, bekommen sie mit der Zeit eine schöne grau-silbrige Patina, drinnen behalten sie ihren goldenen Glanz.“ Mit einem ähnlichen Ansatz ist auch Cecilie Manz an ihre Kollektion „Atmosphere“ für Gloster herangegangen. Sie hat allerdings nicht nur stilistisch gearbeitet, sondern gleich die Proportionen geändert: „Ich habe beobachtet, dass eigentlich niemand so gerne an einem hohen Tisch sitzt, das ist immer gleich so formell. Wenn man mal an die Möbel denkt, die Poul Kjaerholm in den Fünfziger- und Sechzigerjahren gemacht hat, die waren alle niedrig und sahen sehr schön im einem Zimmer aus, denn sie haben nicht so viel Raum eingenommen. Ich weiß, die Menschen werden größer und größer, aber wir sollten es auch gemütlich haben, deshalb ist der „Atmosphere“-Tisch auch nur 68 Zentimeter hoch.“


Das Möbel, das wohl am häufigsten zu sehen war, war der „Wishbone Chair“ von Carl Hansen & Søn, den Hans J. Wegner-Klassiker 1949 entworfen hatte – ein Zeichen, wie modern der Stuhl schon damals war und wie sehr er in den aktuellen Holzmöbel-Trend passt. Aus niederländischer Eiche präsentierte Arco den „Trestle Table“. Mit seinen beiden dreibeinigen Aluminiumgestellen wirkt der Tisch von Jorre van Ast, als käme er direkt aus einer Werkstatt. Dank raffinierter Gewindestangen ist er höhenverstellbar und eignet sich für viele Wohn- und Arbeitssituationen.
Der omnipräsente Star der Messe war der Japaner Oki Sato. Mit Entwürfen seines Studios Nendo war er bei Alias, Flos, De Padova, Moroso, Kartell und Cappellini vertreten, um nur einige Hersteller zu nennen… Eine selbst für die Mailänder Möbelmesse mit ihren zahlreichen Ausstellungen in der Stadt rekordverdächtige Schlange hatte sich vor dem Showroom von Jil Sander gebildet, wo er einige seiner Arbeiten – teilweise selbst – präsentierte.
Eindrücke vom Salone del Mobile finden Sie in unserer Bildergalerie und die Möbel und Leuchten demnächst bei uns im Showroom.