Im Gespräch: Jorre van Ast

Das holländische Unternehmen Arco ist bekannt für seine außergewöhnlich schönen Tische. Warum gerade dieses Möbel so wichtig ist? Jorre van Ast, seit 2011 Chef des Familienbetriebs, sieht den Tisch in der Hauptrolle beim Wohnen, Feiern, Arbeiten und Sich treffen.

Jorre van Ast (© Arco)

Uta Abendroth: Jorre van Ast, bei Arco wird viel Gewicht auf die Herstellung von Tischen gelegt. Warum ist dieses Möbel von so zentraler Bedeutung?
Jorre van Ast: Tische, egal ob im häuslichen Umfeld oder bei der Arbeit, spielen eine große Rolle für uns Menschen. Daher haben wir bei Arco beschlossen, uns auf den Tisch zu konzentrieren – und auf die Objekte, die gut drum herum passen.

UA: Mit „Trestle“ haben sie einen ganz besonderen Tisch in der Kollektion. Was ist an ihm so besonders?
Van Ast: Wir haben den Tisch so konzipiert, dass er sich  in der Höhe um sieben Zentimeter manuell verstellen lässt, von 71 auf 78 Zentimeter. Das heißt nicht, dass sich ein regulärer Tisch in einen Stehtisch verwandelt. Aber immerhin hat der Kunde so eine größere Flexibilität. Wir haben immer öfter Anfragen, ob es einen Tisch ein oder zwei Zentimeter niedriger gäbe oder einen anderen einige Zentimeter höher. Manchmal haben Kunden schon Stühle zu Hause, denen sie die Höhe der Tischplatte gerne anpassen würden, was aber leider nicht geht. Außerdem sind Menschen unterschiedlich groß, für alle die gleiche standardisierte Tischhöhe anzubieten, ist nicht wirklich ideal.

UA: Sie haben mit „Trestle“ einen neuen Typus kreiert und die Grenzen in Sachen Tisch-Gestaltung ein Stückchen hinausgeschoben. Ist Ihnen das schon mal gelungen?
Van Ast: Ja, mit „Slim“. Der Tisch hat eine Plattenstärke von nur 2,8 Zentimetern und das bei knapp drei Metern Länge. Das ist nur dank eines Metallkerns unter dem Holzfurnier möglich. Wir haben den Tisch von Bertjan Pot jetzt seit zehn Jahren in unserer Kollektion und er ist unser wichtigstes Produkt.

UA: Arco ist mit seinen Tische ein „global player“, ein paar Exemplare sollen sogar im Apple Headquarter stehen.
Van Ast: Ja, das stimmt und das ist großartig für uns. Seit drei Jahren arbeiten wir an einem Projekt, wobei wir Produkte aus unserer Kollektion verwenden und andere speziell für Apple entwickeln. Mit den Leuten von diesem Vorhaben arbeiten wir sehr gut zusammen, sie haben uns auf ihre Art und Weise vorangebracht. Wir machen jetzt Sachen in unserer Fabrik, von denen wir nicht mal wussten, dass wir sie können. Für uns ist das Projekt toll, weil wir in vielerlei Hinsicht sehr viel lernen.