Endlich eröffnet

Die Elbphilharmonie hat ihren Betrieb aufgenommen. Der Hamburger Architekt Daniel Schöning von WRS ARCHITEKTEN & STADTPLANER GMBH hat in Kooperation mit den Designern Eva Marguerre und Marcel Besau das Konzerthaus möbliert. Das interdisziplinäre Team hat gemeinsam eigene Entwürfe beigesteuert, die sich ganz in den Dienst der Architektur stellen. Gärtner hat die Möbel von e15 und Hay geliefert.

Endlich eröffnet (© Güven Purtul)

Seit dem 11. Januar 2017 erklingt endlich Musik in der Elbphilharmonie. Die lange Bauzeit ist schon (fast) vergessen, Hamburg hat eine neue Pilgerstätte und die „New York Times“ hat die Hansestadt unter die Top-Ten-Reiseziele 2017 gewählt, dem neuen Konzerthaus von Herzog & de Meuron sei Dank. Die Schweizer Architekten haben den Kokon des großen Konzertsaals mittig in den Glaskorpus auf dem alten Kaispeicher A integriert. Seine bauchige Form „verdrängt“ den Raum drum herum: Foyers, Lounges und Bars – und die galt es ebenso ästhetisch wie pragmatisch zu möblieren. „Die Herausforderung war enorm“, sagt Eva Marguerre. „Immerhin mussten wir rund 6000 Quadratmeter einrichten.“ Vor allem mussten die drei Hamburger ergründen, was die Bedürfnisse der unterschiedlichen Nutzer sind.
Da die Foyers offen sind und sich somit verschiedene Sichtachsen ergeben, sollten die Möbel, die insgesamt auf fünf Ebenen auftauchen, eine Art Produktfamilie ergeben. „Schließlich“, so Daniel Schöning, „beinhaltet unsere Leitidee für die Möblierung, dass alle Möbel als Einheit wahrgenommen werden. Das führt zu einer Klarheit, die gleichzeitig die Architektur in Ihrer Wirkung nicht schmälert.“ Das gilt für den Stil der eigens entworfenen Möbel ebenso wie für die Objekte anderer Designer, darunter Stefan Diez, Eric Degenhardt, Philipp Mainzer und Farah Ebrahimi, KaschKasch und Claesson Koivisto Rune. „Fast alle diese Möbel sind Sonderanfertigungen“, sagt Marcel Besau. „Durch die einheitliche Farbgebung wirken die Möbel fast wie aus einem Guss.“
Die eigenen Entwürfe – ein Stehtisch, eine Bank und ein kleiner Beistelltisch, die alle demnächst von e15 produziert werden – runden das Möblierungskonzept ab. Die Foyers sind mit Stehtischen bestückt, auf deren drei Ebenen sich Gläser, Taschen und Füße gleichermaßen abstellen lassen. Die Beistelltische gesellen sich zu den abgerundeten Bänken und zeigen das gleiche Bauprinzip: Stets handelt es sich um Gestelle aus gepulvertem Stahl in einfacher Geometrie. Die Tische rund, die Bänke oval, die Marmorplatten bzw. die Sitzfläche liegen lose auf.
Für die Sky Lounge haben wir ebenso Möbel geliefert wie für die Künstlerlounge und die Büros von Hamburg Musik. Leider sind diese Bereiche nicht öffentlich zugänglich, ihre Schönheit bleibt Besuchern der Elbphilharmonie verborgen…