Die imm cologne 2018

Mit Möbel repräsentiert man wieder, diesen Eindruck konnte man auf der gerade zu Ende gegangenen Möbelmesse in Köln gewinnen. Stark gemusterter Marmor, schimmerndes Messing, weiche Materialien sowie Grün und Rosé gaben den Ton an – es lebe der Retro-Style!

Bow Coffee Table (© ClassiCon)

Den einen Trend, das ist schon seit Jahren zu beobachten, gibt es beim Einrichten nicht mehr. Und doch gibt es so eine Art Grundrauschen: Der Retro-Style, der mal an das Art-déco und mal an die Fifties erinnert, ist immer noch omnipräsent. Das liegt zum einen an den Materialien wie beispielsweise Marmor bei den Tischplatten der „Bow Coffee Tables“ von Guilherme Torres bei ClassiCon oder glänzenden Fronten, zu sehen unter anderem bei Piure. Das Münchner Unternehmen präsentierte unter anderem die Edition „Glamour“ für das Schranksystem „Nex“, bei dem aufwändig verarbeitete Spiegelfronten in vier unterschiedlichen Farbvarianten dem gesamten Möbel einen sehr gediegenen Look verleihen.


Glanzvoll ist auch eine von zwei limitierten Sondereditionen des „Panton Chairs“ von Vitra: Genau 50 Jahre nach der ersten Präsentation des Kunststofffreischwingers auf der Kölner Messe war dieses Mal eine Chrom-Version zu sehen. Verner Panton hatte sich diese Variante mit einer verspiegelten Oberfläche stets gewünscht, doch war dies technisch in den Sechzigerjahren nicht möglich. Die zweite limitierte Auflage heißt „Panton Glow“; sie leuchtet im Dunkeln dank fluoreszierender Pigmente.


Während gerade bei den skandinavischen Labeln Muuto und Norman Copenhagen Möbel mit Rundungen, sanfte Farben und helles Holz dominieren, setzt e15 auf klare Linien, etwa bei dem Massivholztisch „Ashida“ und dem nunmehr stapelbaren Stuhl „Henning“. Ein Hingucker in der Kollektion ist die Neuauflage des Schachtischs „Calvert“ von Ferdinand Kramer aus dem Jahr 1951. Sebastian Herkner hat den klassischen Thonet-Stuhl neu interpretiert, ein aufwendig gefertigtes Möbel mit einem aus einem Stück gebogenen Sitzrahmen und mit Rohrgeflecht bespannt.


Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse, fasst die Messe so zusammen: „Die imm cologne ist eine exzellente und effiziente Plattform für das internationale Business. Jedes Jahr aufs Neue setzt die Messe wichtige Absatzimpulse für die Industrie in den entscheidenden Exportmärkten dieser Welt.“ Auch der Präsident des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, Axel Schramm, zog ein positives Fazit: „Die deutsche Möbelindustrie freut sich über eine äußerst gut gelaufene imm cologne und damit über einen sehr guten Start ins Jahr 2018. Wir hoffen, dass der Schwung, den wir aus Köln mitnehmen, uns durch das Möbeljahr 2018 trägt. Der Messeerfolg wird uns Möbelherstellern dabei helfen, unsere Exporterfolge zu steigern und auf dem schwierigen Inlandsmarkt zu punkten.“


Neben den gezeigten Produkten zählte einmal mehr „Das Haus“, die begehbare Wohnhaus-Simulation, die in diesem Jahr von Lucie Koldova gestaltet wurde, zu den Highlights der Messe. Hier spielte das Thema Licht die Hauptrolle. Licht und Bad waren in diesem Jahr neben „Smart Home“ die Focus-Themen, die schwerpunktmäßig in der Konzepthalle Pure Architects gezeigt wurden. Als 360-Grad-Messe widmete sich die imm cologne damit drei wichtigen Zukunftsthemen, die im Zusammenspiel mit dem Thema Einrichten immer mehr an Bedeutung gewinnen.