Die Geschichte hinter dem „Hirche Regal DHS10“

Der Bauhausschüler Herbert Hirche entwarf 1954 das extrem reduzierte und auf das Wesentliche beschränkte „DHS10 Regalsystem“. Vor zwei Jahren wurde es von Richard Lampert neu aufgelegt, der schon länger ein Modell suchte. Sein Fazit: „Besser als das Leiterregal von Hirche kann man es gar nicht machen!“

Die Fünfzigerjahre waren eine wichtige Epoche für das deutsche Industrie- und Möbeldesign, in der Klassiker wie der „Eiermann Tisch“ und der „Ulmer Hocker“ entstanden. Herbert Hirche gestaltete 1954 das Regal „DHS10“ aus schwarzen Stahlrohrleitern und Regalböden in Mahagoni. Als gelernter Tischler hatte Hirche in den Dreißigerjahren bei Ludwig Mies van der Rohe am Bauhaus studiert und anschließend in dessen Büro gearbeitet. Während des Zweiten Weltkrieges war er bei Egon Eiermann beschäftigt.

Nach dem Krieg entwarf Herbert Hirche zahlreiche Möbel für die Deutschen Werkstätten Hellerau sowie VVB Messestände der frühen DDR. In den späten Vierzigerjahren war er am Wiederaufbau Berline beteiligt; er bekam einen Lehrstuhl in Berlin Weissensee und lehrte Architektur an der Hochschule für angewandte Kunst. 1951 zog Hirche nach Mannheim, wo er ein neues Bauhaus gründen wollte. Die Pläne scheiterten an der fehlenden Unterstützung durch das Bundesland Baden-Württemberg, das sich für die HfG Ulm stark machte. Hirche nahm daraufhin den Ruf an die Stuttgarter Akademie der Künste an, wo er als Professor Generationen von Innenarchitekten und Designern prägte.

Sein Regal war eines der ersten modularen Systeme, das damals die Schreinerei Christian Holzäpfel produzierte. Richard Lampert bietet das „DHS10“ heute mit Leitern wahlweise in Schwarz, Weiß oder Lichtgrau an, die Regalböden und Schrankelemente gibt es farblich passend sowie in Eiche furniert. Es stehen vier Höhen und Eckelemente zur Wahl, womit Hirches Entwurf heutigen Bedürfnissen angepasst wurde. Der ruhige Look, der auf den großen Abständen der Leitern basiert, ist erhalten geblieben.

Richard Lampert sieht Hirches Regal als ideale Ergänzung seiner Kollektion:

„Das System passt perfekt, das hätte neu auch nicht besser sein können. Das Regal ist so konzentriert auf das Wesentliche, ein Leiterregal kann man mit weniger nicht machen. Dabei ist das Regal nicht modisch, es ist durch die neuen Farben lediglich frischer geworden. Weiß mit Eiche oder ganz in Schwarz – und sofort ist es von heute. Wir schauen nach streng konzentrierten Dingen und das Regal ist ohne Schnörkel.“