Der Stuhl „Stuttgart“

e15 hat den von Richard Herre 1926 designten Stuhl „Stuttgart“ reeditiert. Das Sitzmöbel mit der charakteristischen Rückenlehne wirkt gerade wegen seiner minimalistischen Form so elegant. Und es steht für perfekte Handwerkskunst: Die geschwungene Lehne wird aus massivem Holz gefräst.

Das Frankfurter Label e15 hat sich mit den Entwürfen zeitgenössischer Designer einen Namen gemacht, aber bereits mit der Ferdinand Kramer-Kollektion unter Beweis gestellt, dass sich ein Blick in die Vergangenheit (oder in die Archive) lohnen kann. Und so gibt es nun die „Richard Herre Collection“, zu der neben dem Stuhl „Stuttgart“ auch der Kelim „Zet“ zählt.

Richard Herre (1885 – 1959) war ein Stuttgarter Innenarchitekt, Möbeldesigner und Grafiker, der mit Bauhaus-Größen wie Oskar Schlemmer und Johannes Itten zusammenarbeitete. Als Innenarchitekt richtete er unter anderem das Max-Taut-Haus in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung ein, als Grafiker gestaltete er das Ausstellungsplakat zur Werkbundschau „Die Form“. In seiner Heimatstadt war er Mitglied der Künstlervereinigung „Üecht“, für die Herre auch publizistisch tätig war.

Der Vertreter der Neuen Sachlichkeit baute nur ein einziges Gebäude: Herre konzipierte für den Maler und Kunsthandwerker Willi Sauerländer 1929 bei Ravensburg ein Wohnhaus inklusive Interieur. Später war er ein gefragter Inneneinrichter für Privatwohnungen, Schulen und Geschäfte, aber auch das Robert-Bosch-Krankenhaus und das Stuttgarter Innenministerium. Herre entwarf Möbel, Leuchten und Textilien. Viel ging verloren, als 1944 eine Bombe sein Atelier in Stuttgart zerstörte.

Haus Säuerländer
Esszimmer

Der Stuhl „Stuttgart“ hat eine geschwungene Rückenlehne, die aus massivem Holz gefräst wird. Wahlweise steht gewachste europäische Eiche oder gewachster Nussbaum zur Verfügung. Die Sitzfläche gibt es mit Polstern in Stoff oder Leder sowie in Wiener Geflecht.